Für die bundesweit fünf Millionen Besitzer einer Eigentumswohnung gelten ab 01. Juli 2007 neue Regeln. Folgende Rechte und Pflichten haben Eigentümer jetzt:

Beschlüsse müssen nicht mehr einstimmig gefasst werden. Für Instandhaltungs- und Modernisierungmaßnahmen reichen jetzt drei Viertel der Stimmen in der Eigentümerversammlung. Über Veränderungen am Verteilerschlüssel für Betriebs- und Verwaltungskosten kann sogar die einfache Mehrheit abstimmen.

Bei Rechtsstreitigkeiten muss die unterlegene Partei alle Gerichtskosten tragen. "Auch das macht es Querulanten und Streithähne schwerer" sagen Rechtsexperten.

Eigentümer haften nicht mehr gesamtschuldnerisch für die Gemeinschaft, sondern nur noch anteilig in der der Höhe ihres Miteigentumsanteils. Waren bisher zum Beispiel Handwerkerrechnungen oder Heizkosten nicht bezahlt, konnten sich Gläubiger an einzelne Eigentümer halten. Die mussten dann sehen, wie sie von den den Miteigentümern deren Anteil bekamen, dieses Risiko ist vom Tisch.

Hausgeld-Rückstände haben jetzt Vorrang vor Bankschulden. Ging bisher ein Eigentümer pleite, wurden vom Erlös einer Zwangsversteigerung zuerst die Banken bedient. Für Rückstände beim Wohngeld blieb oft nichts übrig. Künftig werden diese Ansprüche bevorzugt bedient, die Eigentümergemeinschaft bleibt nicht mehr auf auf diesen Schulden sitzen.